Da ich wiederholt nach einer Anleitung zum Einrichten neuer Partitionen gesucht habe, ist daraus eine kleine Befehlssammlung entstanden, die auf meinem Desktop in Form einer txt-Datei auf Größeres wartete. Nun schreibe ich genau diese Sammlung in leserlicher Form hier nieder. Als Quellen kann ich einige Foren und vorallem die Man-Pages der Befehle nennen.
Es geht in dieser Anleitung über das Erzeugen, Formatieren und Mounten einer neuen Partition mit dem Dateisystemtyp ext3. Weitere Info zu dem Dateisystem ansich erhaltet ihr bei Wikipedia (ext3 bei Wikipedia). Kurz zusammengefasst nutze ich ext3, weil es ein sehr sicheres und trotzdem recht schnelles Dateisystem ist. Genaueres dazu im Laufe der Erklärungen zu den einzelnen Schritten.
Ich habe die Vorgehensweise nur mit Debian getestet, dies allerdings auf zwei verschiedenen Systemen. Es sollte auf andere Systeme und Distributionen übertragbar sein. Allerdings beschränke ich mich hier auf die Eigenheiten von Debian.
Für die Durchführung der Anleitung wird folgendes Packet benötigt, das sich sehr leicht über die Packetverwaltung installieren lässt.
Installation des Packets (Oft ist es schon im Grundsystem enthalten. Der Befehl verursacht allerdings keinen Schaden, falls dies der Fall sein sollte.): apt-get install e2fsprogs
Zusätzlich brauchen wir ein Programm zum Partitionieren der Festplatte. Ich nutze "cfdisk" (ist standardmäßig bei Debian an Bord). Es ist aber auch jedes andere Programm denkbar, das dies kann.
Alle nachfolgenden Befehle müssen als Root-User ausgeführt werden. In den Root-Modus schaltet mit mit: su Anschließend werdet ihr aufgefordert das Root-Passwort einzugeben. Mit dem richtigen Passwort gelangt man dann zurück in die Konsole.
Zuerst müssen wir die Festplatte partitionieren oder die bereits bestehende Partitionierung um eine Partition ergänzen. Dazu bedienen wir uns des Partitionierungsprogramms, wie z.B. cfdisk.
Mit dem folgenden Befehl wird cfdisk gestartet. Die Angabe "/dev/hdx" tauschen sie bitte gegen den Pfad zu der Gerätedatei ihrer Festplatte aus. Beispielsweise "/dev/hda" für den Primary Master oder "/dev/hdb" für den Primary Slave.
cfdisk /dev/hdx Die Benutzerführung ist nicht sehr schwierig und sollte intuitiv verständlich sein. Bei Problemen möchte ich auf die Man-Page verweisen. Angelegt werden muss eine Partiton in den noch nicht zugeordneten Bereich der Festplatte. Diese neue Partition muss den
Typ "83 - Linux" erhalten. Je nach dem, die wievielte Partition dies auf der Festplatte ist und ob sie primär bzw logisch ist, erhält sie eine Nummer. In meinem Fall ist dies "hda3". Am Ende die neue Partitionierung speichern ("Write" unter cfdisk) und das Programm verlassen.
Das Formatieren geschieht nun durch den Befehl mke2fs. Hier übergeben wir als Parameter nicht nur den Gerätepfad der Festplatte, sondern hängen noch die Partitionsnummer an. Den vollständigen Namen haben sie zuvor in cfdisk gesehen (z.B. /dev/hda1 ->
erste Partition auf dem primary Master). Die zusätzliche Option -m0 setzt den zu reservierenden Plattenplatz für den Rootbenutzer auf 0% der Festplattenkapazität. Standardmäßig sind dies 5%, was in meinen Augen nur Sinn macht, wenn auf die Partition Log-Dateien oder Ähnliches
geschrieben werden und daher diese Reserve den Rechner vor dem Stillstand bewahren könnte.
Wir formatieren also die Partition mit folgendem Befehl: mke2fs -m0 /dev/hdxy Nun legen wir fest, dass die Partition mit Journaling arbeiten soll, was Zugriffe zwar verlangsamt aber Sicherheit mit sich bringt. Wer mehr zu der Funktionsweise von Journaling wissen will, sei
auf den Wikipedia-Artikel dazu verwiesen (Journaling bei Wikipedia). Aktvieren des Journaling: tune2fs -O has_journal -o journal_data /dev/hdxy Nun ändern wir noch eine Option des Filesystems um Zugriffe in großen
Verzeichnissen zu beschleunigen. Hierbei werden gehashte B-Bäume zur Indizierung benutzt. Wer Genaueres dazu erfahren möchte sei auch hier auf den Wikipedia-Artikel verwiesen (B-Bäume bei Wikipedia) oder frage einen Informatikstudenten,
der so wie ich im 2. Semester Seitenweise B-Bäume malen und untersuchen durfte.
Aktivieren der B-Baum-Indizierung: tune2fs -O dir_index /dev/hdxy Nun da wir diese Indizierung aktiviert haben, müssen wir mit dem folgenden Befehl die Dateistruktur "optimieren". In diesem Zuge werden die Indizes für die B-Bäume erzeugt. Das "-D" steht für die
"Optimierung", das "-f" erzwingt die Optimierung, auch wenn das Dateisystem sauber zu sein scheint.
Optimieren der Verzeichnisse: e2fsck -D -f /dev/hdxy Zudem stellen wir nun noch die automatische Überprüfung des Dateisystems aus, da das Journaling dies überflüssig macht. Da die Partition im Falle von Problemen trotzdem automatisch untersucht werden sollte ergänzen wir
die Datei /etc/fstab um eine Option, die dafür sorgt, dass die Partition, wenn das Journaling Probleme erkannt hat, überprüft wird. Dazu müssen wir die Partition natürlich erst einmal in die fstab-Datei eintragen, was zur Folge hat, dass die Partition dann
(vorausgesetzt wir stellen dies so ein) beim Booten automatisch gemountet wird. Ausschalten der automatischen Überprüfung: tune2fs -c 0 -i 0 /dev/hdxy Die Datei /etc/fstab solltet ihr mit einem Texteditor öffnen und dann dort etwas Ähnliches wie dies vorfinden: proc
/proc proc defaults 0 0
Nun fügen wir eine Zeile für die neue Partition ein. Dabei bitte vorsichtig sein und nichts Vorhandenes versehentlich ändern oder löschen. Falsche Optionen oder eine unsaubere Zeile kann ein System am Booten hindern!
/dev/hda1 / ext3 defaults,errors=remount-ro 0 1
/dev/hda2 none swap sw 0 0
Die verändere Datei sieht dann bei mir so aus: proc /proc proc defaults 0 0
An erster Stelle steht der Pfad der Gerätedatei, an zweiter Stelle der gewünschte Mountpoint (der Ordner muss unbedingt von euch vor dem Mounten angelegt werden!), an dritter Stelle steht der Typ des Dateisystems, an vierter Stelle die gewünschten Mountoptionen, an fünfter
Stelle schreibt ihr einfach 0 hin (wer zu diesem Punkt mehr wissen will, sei auf die Man-Page verwiesen man fstab - diese Option ist für diese Anleitung unerheblich), an sechster und damit letzter Stelle sollte eine positive ganze Zahl die größer 1 ist
stehen. Damit wird die Reihenfolge bestimmt in der (im Fall der Fälle) die Partitionen überprüft werden. Die Rootpartition hat bei mir die 1 und wird somit als erstes überprüft. Wenn ihr mehrere Partitonen zum Überprüfen habt, reiht sie mit einer Nummerierung auf.
/dev/hda1 / ext3 defaults,errors=remount-ro 0 1
/dev/hda2 none swap sw 0 0
/dev/hda3 /mnt/hda3 ext3 defaults 0 2
Zum Mounten reicht es nun den folgenden Befehl einzugeben (In meinem Fall habe ich in der fstab-Datei angegeben, dass die Partition unter "/mnt/hda3" gemountet werden soll und dieses Verzeichnis wurde von mir zuvor angelegt): mount /mnt/hda3
Nun kann es los gehen. Viel Spass mit einem schnellen und sicheren Filesystem.